Meine Grundprinzipien i.S. Dienste-Anbieter und Systemerweiterungen

Bei der Umsetzung von Projekten haben sich, basierend auf zahlreichen Erfahrungen und “bezahltem Lehrgeld” , einige Grundprinzipien entwickelt, an die ich mich in der Regel stets halte.

Deutsche Anbieter

Bei der Auswahl von Systemen, insbesondere solcher, die mich im Außen präsentieren, versuche ich stets, einen deutschen Anbieter zu finden. Dabei geht es mir in erster Linie um die Sicherheit. Deutsche Anbieter entwickeln ihre Dienste nach deutscher Rechtslage. Die Chance, rechtskonform zu agieren und Abmahnungen zu vermeiden, ist hier wesentlich höher als die bei der Nutzung ausländischer Dienste. Beispiele solcher Systeme sind Shopsysteme, Bezahlsysteme, Newsletter-Marketing-Dienste u.ä.

Kernfunktion vs Erweiterung

Bei der Umsetzung von Funktionen in Content-Management-Systemen, z.B. WordPress, Joomla etc. versuche ich stets, das Ziel mit Kernfunktionen (die im Grundsystem zur Verfügung stehenden Möglichkeiten) umzusetzen. Erst wenn dies tatsächlich nicht möglich ist, greife ich auf Erweiterungen zurück (z.B. Plugins für WordPress, Komponenten/Module/Plugins für Joomla). Die Nutzung von Erweiterungen bringt im Moment der Erstellung zwar meist eine Zeitersparnis mit sich, langfristig gesehen jedoch fahre ich aus den nachfolgend beschriebenen Gründen meist besser mit den Kernfunktionen. 

Warum? Zu oft habe ich erlebt, dass Erweiterungen nach Systemupdates, insbesondere solcher mit Versionssprung, nicht mehr korrekt funktionierten. Bei der Nutzung solcher ist man stets auf den Hersteller/Programmierer der entsprechenden Erweiterung angewiesen. Oft sind dies Freiberufler oder kleine Firmen, die irgendwann einfach nicht mehr erreichbar sind oder sich einem neuen, lukrativerem Projekt widmen. Zu oft musste ich nach Systemupdates neu recherchieren und Funktionen mit einer anderen Erweiterung erneut umsetzen, weil diese nach einem Systemupdate nicht mehr funktionsfähig war oder eine Sicherheitslücke aufwies. Solche Nacharbeiten sind oft sehr aufwändig, die Recherche und Auswahl geeigneter Erweiterungen ebenso.
Bei der Nutzung von Kernfunktionen ist diese Unsicherheit wesentlich geringer.

Kostenlose vs kostenpflichtige Erweiterungen

Ich zahle gerne für Erweiterungen und Dienste. Gemeint sind Erweiterungen für WordPress, Joomla etc. und Dienste wie z.B. Newsletter-Marketing-Dienste. Obwohl es zahlreiche kostenlose Möglichkeiten gibt, etwas umzusetzen, ziehe ich bei Dingen, auf die ich in irgendeiner Weise angewiesen bin, kostenpflichtige Varianten vor.

Warum? Kaum einer arbeitet ohne Gegenleistung. Wenn Produkte oder Dienste kostenlos zur Verfügung gestellt werden, geschieht dies z.B. aus marketingtechnischen Gründen, d.h. es gibt Werbeeinblendungen oder es ist einfach ein Nebenprodukt, das die Bekanntheit des Anbieters erhöhen soll. Ersteres kommt für mich nur in seltenen Fällen in Frage, denn bei der kommerziellen Verwendung finde ich Werbeeinblendungen in der Regel recht unprofessionell. Ist es dagegen ein Nebenprodukt, ist dies oft nicht sehr langlebig. Anbieter bzw. Programmierer entwickeln stets neue Produkte und oft fällt ein voriges, nicht lukratives Produkt früher oder später einfach weg. Ähnlich wie im Punkt zuvor (Kernfunktion vs Erweiterung) wird es oft nicht dauerhaft weiterentwickelt, weil andere Projekte lukrativer sind oder weil man es einfach nicht mehr nötig hat. Auch ist der Support bei kostenpflichtigen Erweiterungen in der Regel besser als bei kostenlosen. Zudem schätze ich die Leistung von guten und service-orientierten Anbietern und Programmierern und zahle deshalb gerne die oft relativ niedrige Gebühr.

Ähnlich gelagert: Auch kann es sinnvoll sein, einen externen Dienst in die Website zu integrieren, obwohl kostenlose Erweiterungen zur Verfügung stehen. Ein Beispiel hierfür ist die Newsletterfunktion, die in vielen Content-Management-Systemen als kostenlose Erweiterung verfügbar ist. Allerdings hat der Versand von Massenmails bzw. Newslettern aus Ihrem E-Mail Client oder der eigenen Website (über die Erweiterung im Content-Management-System) heraus, schwerwiegende Nachteile: Die Zustellrate der E-Mails ist oft erschreckend gering, wobei die Anzahl der nicht zugestellten E-Mails nicht ersichtlich ist! Zudem riskieren Sie, auf einer Blacklist zu landen, was die Domain als Versandadresse für einen gewissen Zeitraum umbrauchbar macht.
Zertifizierte Anbieter (s.g. Newsletter-Marketing-Dienste) dagegen arbeiten nach strengen Richtlinien und treffen Maßnahmen, um auf den Whitelists der wichtigsten Internet Service Provider gelistet zu werden. Dies hat einen sehr großen Einfluss auf die Zustellbarkeit der E-Mails bei den einzelnen Empfängern. Die Zustellrate ist extrem höher, wenn Sie einen professionellen Newsletterdienst nutzen. Auch hier ist es in einfachen Schritten möglich, die Newsletter An- und Abmeldeformulare harmonisch in die Website zu integrieren, so dass der Besucher keinerlei Nachteile hat, Sie jedoch in den Genuß extrem besserer Zustellraten kommen.

Fazit

Der einfachste und schnellste Weg ist häufig langfristig gesehen nicht die beste Wahl. Ich setze auf Nachhaltigkeit und langfristige Lösungen. Erfahrungen aus vergangenen Projekten sind dabei wertvolle Entscheidungshilfen.